Workshops

Kräuterwanderungen

Waldwanderungen

Räucherworkshops

KräuterErleben

Maria Anna Marx

Kräuter-/Erlebnispädagogin

Bad Münster am Stein

E-Mail: [email protected]

Telefon: 0171 4148379


Zauber-Wald, zauberhafter Wald,
bezaubernder Wald, Waldzauber

... aktuell ist der Wald in aller Munde. Wunderbare Bücher sind geschrieben worden, ein ungeheures Wald-Wissen findet gerade Verbreitung. Das Waldbaden hat den Weg von Japan zu uns gefunden, die überragende Bedeutung für den Klimaschutz ist in unser Bewusstsein gedrungen. Wir erleben - selbst ohne jegliche Vorkenntnis - wie gut uns der Wald tut. Ich ermuntere Sie: greifen Sie zu der informativen Literatur, die gerade angeboten wird, und lassen Sie sich - verzaubern.

Gerne trage ich zu diesem Zauber bei, indem ich Sie zu "Waldentdeckungen" führe. Wir besuchen den Waldraum und seine Bewohner, hören Wissenswertes und Erbauliches und lernen, die Schätze des Waldes zugleich zu nutzen und zu schützen.


Vereinbaren Sie Ihren individuellen Termin mit mir.


Als kleinen Vorgeschmack möchte ich Ihnen an dieser Stelle meinen Lieblingsbaum, die Douglasie, vorstellen sowie Ihnen anhand einer kleinen Geschichte erzählen, was es mit den Schwänzchen der Douglasienzapfen auf sich hat.

Wenn Sie das nächste Mal im Wald sind - halten Sie Ausschau!


***


Auch ein Bad im Wald kann eine höchst erfrischende und entspannende Wirkung haben. ​Besuchen Sie meine Seite "Waldbaden mit Bärbel Greuvers" und erfahren Sie mehr darüber. 

***


Die Douglasie

Die Douglasie macht glücklich. Sie zaubert jedem ein Lächeln ins Gesicht - und einen beglückenden Duft in die Nase

Bild 1

Die Douglasie wurde von Nordamerika nach Europa gebracht (ein sogenannter Neophyt) und gehört zur Familie der Kieferngewächse (wie im Übrigen eine ganze Reihe der uns bekannten Nadelbäume). Es gibt wirklich richtig viel über die Douglasie zu erzählen: ihre stattliche Höhe, ihre Verwendung als Möbelholz, ihr schneller Wuchs, ihre Robustheit,

Bild 2

ihre Herzwurzel, ihr herrlicher Duft, ihre Anspruchslosigkeit - es ließe sich seitenweise erzählen. 

Wir sind dank Internet aber heute in der Lage, uns gewünschtes Wissen sehr schnell zu beschaffen, und so möchte ich gar nicht wiederholen, was viele kluge Menschen bereits in Wissensdatenbanken hinterlassen haben. Stattdessen beschränke ich 

Bild 3

mich auf die Eigenschaften, die für mich persönlich diesen Baum zu meinem Lieblingsbaum gemacht haben.

Da wäre zunächst die Weichheit. Betrachten Sie aus der Ferne eine Douglasie (Bild 1), so wirkt sie weich. Ein wenig, als läge ein Weichzeichnerfilter darüber (Bild 2). Wenn Sie dann näher kommen und die Nadeln betasten, bestätigt

Bild 4

sich der Eindruck. Die Nadeln sind wunderbar weich (Bild 3).

So beliebt dieser Baum aus den verschiedensten Gründen auch als Weihnachtsbaum ist - diese Weichheit rettet so manchem jungen Bäumchen das Leben: denn so weich wie die Nadeln, so weich und nachgiebig sind auch die Zweige. Und da lassen sich Kugeln und Kerzen nur schlecht befestigen.

Bild 5

Die Nadeln wachsen direkt aus dem Zweig heraus und zwar einiger-maßen rund um ihn herum (wobei sie die Unterseite ein wenig kahler lassen, Bild 4). Das tun sie womöglich, um sich ganz klar von der Weißtanne abzugrenzen. Denn genau wie diese, haben die Douglasiennadeln zwei helle Streifen auf der Unterseite (Bild 5), was zu einer Verwechslung führen könnte. Ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden jedoch lässt sich nicht mittels Fotos zeigen: der Duft! 

Die Douglasie verströmt einen unnachahmlichen Duft. Zerreiben Sie die Nadeln und atmen Sie den leicht zitronigen Duft ein - Sie werden verzaubert sein. Und sollten Sie an einem sehr sonnigen Tag im Wald unterwegs sein, erkennen Sie schon von Ferne an dem auffälligen

Bild 6

Geruch nach Himbeermarmelade, dass Douglasien in der Nähe sind. Manche sagen, es sei ein Duft nach Erdbeermarmelade. Andere glauben, Sie riechen Orangen ... Für mich riecht die Douglasie zunächst einmal einfach herbsüß-würzig und betörend. Und ja, für mich riecht sie nach Himbeermarmelade. Vielleicht hat der eine oder andere von Ihnen Lust, einmal selbst eine Probe zu unternehmen, ich würde mich freuen, wenn Sie mir Ihre Meinung dazu mitteilen.

Aber damit nun nicht genug des Duftens. Um sich wirkungsvoll vor Unbill aller Art zu schützen, kommt die junge Douglasie mit horizontal angelegten "Harz-Pusteln" zur Welt (Bild 6). Drückt man mit dem Finger darauf, platzt die Pustel und auf und das flüssige Harz verströmt


Bild 7

seinen betörenden Duft - und verkleistert gründlich die Finger (Bild 7).

Wie schon gesagt, begleiten diese Harzpusteln den Baum ein Leben lang. Je älter der Baum wird, um so weiter oben am Stamm sind sie zu sehen - während unten die Rinde des Stammes aufbricht und dicke Borken bildet (Bild 8). Schaut man genau hin, sieht man zwischen den Borken kleine verkrustete Harzrinnsale, oder aber kleine

Harzkügelchen, welche oft wie Bernstein in der Sonne leuchten (Bild 10). 

Wird der Baum verletzt, sondert er sofort große Mengen des heilenden Harzes ab, um die Wunden zu schließen (Bild 9). Sollten Sie also einen harzenden Baum (und das gilt für alle Nadelbäume) sehen, 

Bild 8

dann entnehmen Sie bitte auf keinen Fall an der Verletzungsstelle Harz - lieber etwas weiter unten sammeln, denn andernfalls verhindern Sie die Heilung.

Wenn Sie nun also Gelegenheit finden, Douglasienharz zu sammeln, lassen Sie ihn vollständig trocknen und verwenden ihn dann auf einem Räucherstövchen. Nach 

diesem Duft könnten Sie unter Umständen süchtig werden ;-)

Ebenfalls zum Verräuchern geeignet sind die Nadeln - diese bitte auch UNBEDINGT vorher trocknen, da das Verräuchern von feuchtem Material gesundheitsschädliche Stoffe freisetzen kann. Und immer gut lüften! Aber bitte reißen Sie keine Zweige vom Baum ab - wenn Sie aufmerksam schauen, werden Sie meist unter den Bäumen kleine  

Bild 9

Ästchen vorfinden, die der Wind heruntergebrochen hat. Diese erfüllen gut und reichlich ihren Zweck. Nun gibt es aber noch etwas, was diesen Baum auszeichnet: nämlich seine Zapfen.

Sie sind hängend und abfallend (Bild 11), was sich übrigens bei einer Tanne ganz anders verhält. Aber dazu komme ich ja noch bei anderer Gelegenheit.

Am Interessantesten an den Zapfen sind die "Mauseschwänzchen" (Bild 12). Sie sind so charakteristisch, dass sie wohl als das sicherste Bestimmungsmerkmal für die Douglasie gelten dürften. 

Von den vielen Geschichten, warum die Zapfen so aussehen, wie sie nun einmal aussehen, gefällt mir die Folgende besonders gut:



Bild 10

Die Samenräuber


Die Douglasie war bereits zu alter Zeit die Königin der Nadelbäume. Natürlich gab es hin und wieder Gerangel, da auch der Riesenmammutbaum Anspruch auf den Titel erhob, aber aufgrund des paradiesischen Duftes der Douglasie stand diese in der Gunst der Menschen besonders hoch und gewann regelmäßig, wenn abge-stimmt wurde.

Die Douglasie widerstand den Schädlingen des Waldes, konnte sich auch auf kargem Boden durchsetzen, verstand es prächtig, genügend Wasser bis in ihre hohen Spitzen zu pumpen, betörte alle mit ihrem Duft und war ganz besonders Stolz darauf, einen schönen  



Bild 11

geraden Stamm zu bilden. Nur eine Sache bereitete der Douglasie schlaflose Nächte: es wollte nicht so recht mit der Vermehrung klappen. Zur Vermehrung vorgesehen waren die Samen, welche schön verborgen unter den Zapfenschupfen lagen. Aber wie durch Zauberhand verschwanden des nachts die Samen, noch bevor sie zur Reife gelangten. Die Douglasie überlegte, ob wohl das nächtliche Geraschel, das sich niemand recht erklären konnte, mit dem Verlust der Samen zu tun haben könnte und beschloss, sich auf die Lauer zu legen.

Und tatsächlich: ein merkwürdiges Geraschel, Getuschel und Geschabe war zu vernehmen und mit einem mal fühlte sie deutlich, wie etwas an ihren Zapfen zerrte und zupfte. 

Bild 12

Oh, jetzt habe ich dich! Wer auch immer du bist, der mir meine Samen stiehlt, du kommst mir nicht mehr aus. Und sie ließ die Zapfenschuppen fest über den Dieben zusammenschnappen und hielt sie so gefangen. Als am Morgen die Helligkeit hereinbrach sah sie, dass sie riesige Mengen an Mäusen gefangen hatte. Es war deutlich zu sehen, denn die Füßchen und Schwänzchen hingen allesamt noch aus den Zapfen heraus.

                ***

So, nun wissen Sie, was es mit den "Mauseschwänzchen" der Zapfen auf sich hat und ich bin mir sicher, dass Sie bei Ihrem nächsten Waldbesuch Ihre Freude an diesem wunderschönen Baum haben.